2026-06-15
AppsAnywhere vs. VDI: wann lohnt sich was?
Wenn Software unabhängig vom einzelnen Gerät bereitstehen soll, fällt schnell das Stichwort VDI – Virtual Desktop Infrastructure. Manchmal ist das die richtige Wahl. Oft aber löst man dasselbe Problem mit weniger Aufwand, indem man nicht den ganzen Desktop virtualisiert, sondern nur die Anwendung. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Es lohnt sich, den Unterschied zu kennen.
Zwei unterschiedliche Ebenen
Der Kern ist einfach: VDI virtualisiert ganze Desktops. AppsAnywhere virtualisiert Anwendungen.
Bei VDI läuft ein kompletter virtueller Rechner im Rechenzentrum oder in der Cloud; der/die Nutzer:in sieht nur dessen Bildschirm. Bei der Anwendungsvirtualisierung mit AppsAnywhere und Cloudpaging® by Numecent® wird das einzelne Programm auf das vorhandene Gerät gestreamt und läuft dort lokal – in einem isolierten Container, ohne klassische Installation.
Dieser Unterschied hat praktische Folgen.
Wo die Stärken liegen
Anwendungsvirtualisierung (AppsAnywhere + Cloudpaging®) spielt ihre Vorteile aus, wenn:
- die Geräte der Nutzenden grundsätzlich leistungsfähig sind (eigene Notebooks, Pool-PCs),
- die lokale Rechen- und Grafikleistung genutzt werden soll – etwa bei CAD,
- die Software auch offline verfügbar sein muss,
- viele Anwendungen flexibel und gerätesübergreifend bereitstehen sollen.
VDI ist im Vorteil, wenn:
- die Endgeräte bewusst sehr leistungsarm gehalten werden (Thin Clients),
- die Anwendung zwingend im Rechenzentrum laufen muss, etwa aus Datenschutzgründen,
- ein vollständiger, zentral kontrollierter Desktop benötigt wird.
Der Kostenfaktor
Ein Grund, genau hinzuschauen, sind die Betriebskosten. Ein virtueller Desktop verbraucht dauerhaft Server- und Cloud-Ressourcen pro Nutzer:in – und das summiert sich. AppsAnywhere selbst nennt für VDI-ähnliche Modelle Beispielzahlen in der Größenordnung von rund 154.000 US-Dollar pro Jahr für 1.000 gleichzeitige Nutzer:innen bei einem großen Cloud-Anbieter (Herstellerangabe, Stand 2020) – Zahlen, die je nach Modell stark schwanken, aber die Dimension verdeutlichen.
Die Anwendungsvirtualisierung nutzt dagegen die Rechenleistung, die im Gerät der Nutzenden ohnehin vorhanden ist. Das senkt den Bedarf an zentraler Infrastruktur deutlich – bei vielen typischen Hochschul-Szenarien ist das der wirtschaftlichere Weg.
Kein Entweder-oder
In der Praxis schließen sich die Ansätze nicht aus. Es ist völlig sinnvoll, den Großteil der Anwendungen zu streamen und VDI gezielt dort einzusetzen, wo es wirklich gebraucht wird. Die ehrliche Frage lautet nicht „VDI oder nicht?", sondern: Welches Problem will ich für welche Nutzergruppe lösen? Erst die Antwort darauf entscheidet, welche Technologie sich lohnt.
Sie wägen gerade zwischen den Ansätzen ab? Wir beraten unabhängig vom Produkt.